Was ist das PAU ?


Was ist das PAU ?

Das PAU ist übersetzt das „Polygonismus Art Universe“ und es ist eine deutliche Weiterführung der Grundphilosophie die schon in „The Economy of Polygons“ angedeutet wurde.
Mit der PAU Philosophie und dem dahinterstehendem Konzept verlasse ich aber auch gleichzeitig allmählich die bildhafte, visuelle Ebene des Polygonismus und wende mich dabei mehr einem philosphisch, phantastischem Realismus/bzw.Utopismus zu der so nicht mehr viel mit den Motiven und Themen der polygonalen Bilderwelten zu tun hat.
Was ist denn dann das PAU. Das PAU ist ersteinmal auch eine Erfassung und Strukturierung der verschiedenen Begriffswelten und Bedeutungsebenen die gerade sich durch die vier Zyklen der Economy angedeutet haben. Was hat also die „Allegoria“ mit der Serie „The Weird Rooms „ zu tun und wie hängen die „120 Tage von Sodom“ mit der Akt Serie „Avatar“ zusammen, us.w.
Die Heraushebung von vier doch sehr gegensätzlichen Motivserien (Allegoria, die 120 Tage von Sodom, Avatar und The Weird Roms ) ist aber erst der Anfang und Einstieg in ein größeres Begriffsuniversum das eine weitere Ausdifferenzierung der Grundidee zur Folge hat. Jede dieser Serien hat weitere Subebenen, die unter sich angegliedert erst so nach und nach in Erscheinung treten.
Jede Ausdifferenzierung hat zur Folge das die Bedeutung der jeweiligen Serie sich vertieft und sich so auch der Konzeptgedanke der Economy sich weiter verankert.
Begriffe wie „Photon Art“ oder „Action Rendering“, die Technik der MODifikation und die Anwendungsformen „Metamorph“ auf die einzelnen Motive, der metaphysische Hyperrealismus als einfach nur einen anderer Begriff für den Polygonismus, das Alpha Channel Painting; all diese Begriffe strukturieren das PAU als Ganzes.

Aber was genau ist das Ziel oder die übergeordnete Grundidee des Polygonismus?

Ist das Darstellen oder Abstrahieren von Objekten und Formen in diesen Bildwelten nur eine künstlerische Masche die in der „Economy“ nur deshalb aufgegriffen wurde weil es vorher noch niemand so direkt versucht hat ?

Worum geht es in der „Polygonalisierung der Welt“ ?

Wenn Douglas Hall der Protagonist aus dem SF-Krimi „the 13th Floor“ irgendwann in der Mitte des Filmes an den Rande seiner Cyberwelt tritt und dabei hinter den Schleier blickt, nehmen die Dinge seiner Welt plötzlich einen merkwürdig kantigen und netzartigen Charakter an.
Ebenso der Hauptprotagonist aus der SF Utopie „Nova Utopia“ der irgendwann wie Neo aus „Matrix“ von eben seiner Matrix wieder in die „Wirklichkeit“ einer vollkommen verdrahteten Zukunftswelt gelangt. Ihm zeigt sich dabei seine Umgebung in einer polygonalen, fremdartigen aber doch auch sehr klaren Art und Weise, wie er sie nie zuvor vorher zu sehen bekam.

Aber was ist hat das alles mit der „Economy“ bzw. dem Polygonismus, sowie dem PAU zu tun ?

In der Economy geht es um nichts anderes als um die Ausdifferenzierung einer bestimmte Form von Wirklichkeit, wie eben eine Matrix sie auch darstellt.

Das „Polygonismus Art Universe“ stellt dabei mit seinen Begriffswelten eine Art Kanal in eine andere Realität dar.

Ähnlich wie jenen Kanal den die beiden schon erwähnten Protagonisten auch gegangen sind. Diese Realität ist in unserem konkretem Falle die „Economy“ auf einer ganz anderen Ebene. Wo auf der einen Seite eben visuelle Erlebnisse wie Bilder stehen, befinden sich am entgegengesetzten Ende demzufoge nur noch Wörter die dabei Sätze bilden.

Am anderen, entgegengesetzten Ende der „Economy“ und des „Polygonismus“ steht ein utopisches Manifest – „das Neuropolitsche Manifest“.
Das „Neuropolitische Manifest“ wurde vor etwa 15 Jahren von einer handvoll, Quasieutopisten verfasst; allerdings dabei nie veröffentlicht, weil es zu einem offenen Bruch kam zwischen dem reinen Textentwurf und dem ständigen Problem jedes utopischen Projektes – nämlich seiner Realisation.
Es entbrannte ein Streit zwischen Funktionalisten, den rein lösungsorientierten Beteiligten, sowie den magischen Realisten. Die magischen Realisten verwiesen auf die borgesche (J.L. Borges) Philosophie und auch auf Schoppenhauers „Welt als Wille“ Gedanke.
Für sie aber galt und gilt immer noch als Maßstab, eben Borges Miniutopie „Tlön, Uqbar, Orbis Tertius, in welcher eine handvoll Philosophen, Wissenschaftler und Künstler eine völlig fremde Welt ersinnen die sie „Tlön“ nennen und diese dann später seltsame Artefakte in der ihren Welt ablegt.
Die Geschichte endet schließlich mit der Bemerkung

Englisch, Französisch und sogar Spanisch werden dann vom Planeten verschwunden sein. Die Welt wird TIoen sein.“

Die magischen Realisten des „Neuropolitischen Manifestes“ verfassten daraufhin ein fiktives Vorwort zum Manifest, das sie kurzer Hand

„Das Neuropolitische Manifest - ein literarischer Homonculus ? oder eine kurze Gebrauchsanleitung zur Aufzucht und Pflege einer utopischen Welt.“ nannten.

Darin beschreiben sie in Umrissen die Vorgehensweise bei der Realisation zeitlich determinierter Ereignisse oder Orte wie sie eben Utopien darstellen. Ohne hierbei jetzt zu sehr ins Detail zu gehen ist eines der Grundprinzipien dabei immer die „totale Identifikation“ die bis hin zur völligen Selbstaufgabe und der Auslöschung jeglichen Zweifels des eigentlichen Zieles gehen kann.
Es ist ähnlich wie der Protagonist aus der Erzählung „die Architekten von Zürn“ der gefangen in der Bastille, verzweifelt an die Wände seiner Zelle die Geschichte von Zürn schreibt, einer fiktiven Welt die ihm Freiheit und Verheißung verspricht. Bis er dann am besagten 14. Juli 1789, dem Tag der Erstürmung der Bastille von einem gewissen Oberst Zürniskie aus seiner Kerkerhaft befreit wird.

Eines der weiteren Prinzipien ist dabei die Erschaffung eines Duplikates in der die Fiktion sich wiederspiegelt. Das kann eine einfache Münze sein, ähnlich wie Monsieur Akribie in der gleichnamigen Erzählung „Das seltsame Universum des Monsieur Akribie“, in jener der dortige Protagonist in einem immerwährend sich wiederholenden Akt der genauen Wiedergabe eines berühmten Stillebens von Chardin, eine seltsame fremdartige Münze in seine Replikate hineinmalt, die sich eines Tages auch im Original widerspiegeln. Am Ende der Geschichte, am Ende seines Lebens liegt dieses Artefakt dann tatsächlich auch vor ihm.
Das Duplikat kommt einem Gefäß gleich, ähnlich wie die mittelalterlichen Alchymisten in der Wandlung des Mercurius im hermetischen Gefäß aus einem Klumpen Lehm Gold machten. Hierbei geht es aber nicht um die verfälschte Vorstellung mit derer die Alchymisten meist in Verbindung gesetzt worden sind, sondern um die sogenannte „Prima Materia“, einer Rezeptur mit derer Hilfe etwas lebendiges, vollkommen Neues geschaffen werden konnte. Gustav Meyrink beschreibt es noch in traditioneller Mystik in der Erzählung vom Golem, die Engländerin Mary Shelley dagegen schon im Gewand der Aufklärung und der einer zeitkritischen Romantik an Hand eines verzweifelten Arztes mit Namen Frankenstein. Hierin zeigt sich schon sehr gekonnt die Problematik des Scheiterns des gesamten Wandlungsprozesses. Hier sind wir wieder bei der Problematik der Identifikation. Das bedauernswerte Monster beklagt am Ende am Totenbett seines Schöpfers nur einen einzigen Umstand, nämlich den das Frankenstein ihm nie, Zeit seines Lebens einen Namen gegeben hatte. Ein einfacher Name und alles wäre gut gewesen.

Die Bezeichnung, der Begriff, die Benennung der einzelnen Dinge ist eines der wichtigsten Umstände im gesamten Prozess. Ohne ihn findet die Wandlung immer ein jähes Ende und kann sich sogar gegen den eigenen Schöpfer wenden. Mit einem Namen können die Dinge erst fortwähren. Für uns eigentlich ein selbstverständlicher Umstand. Aber die Wiederholung des Namens, der andauernde sich wiederholende Akt des Malens einer Münze sowie dieser Münze einen Namen und eine Geschichte zu geben ist wie eine magische Anrufung.
Demnach ist das PAU das Gefäß in dem die Ingredenzien der einzelnen Bilder der „Economy“ hineingegeben werden. Die vier Serien der Economy ergeben den vierfachen alchymischen Wandlungsprozess. „The Weird Rooms“ mit seinen zersetzenden Oberflächen und weitgefächertem, zeitbezogenen Themenspektrum entspricht der Nigredo (Schwärzung) und der Phase des Chaos welche die sichtbare Welt wiederspiegelt, oder der „Massa Confussa“ wie die Alchemisten es auch nannten.

In „Avatar“ beginnt nach der Dunkelheit der Nigredo die morgendliche Dämmerung der Albedo (Weißung). Das Prinzip der Vergöttlichung, oder des Neuentstehens bzw. Aufgehens zeigt sich dabei sehr deutlich in der erotischen Aktserie des „Polyeroticon“.

In der Citrinitas (Gelbung) die den leuchtend hellen Tag symbolisiert siedelt sich die dritte Serie, „die 120 Tage von Sodom“ an. Hier spiegelt sich durch die darin dargestellten vier Höllenkreise der gesamte Prozess als Einheit wieder.

Am Ende steht mit der „Allegoria“ die Königin des Prozesses, der krönenende Abschluss, also die Rubedo ( Rötung ) vor uns. Hier spitzt sich die Aussage der gesamten Serie in einer sehr erzählerischen und auch verschlüsselten Art und Weise in einem neuen Menschenbild zu.

Es sind in ihrer Bedeutung die fast gleichen Teile die in Mary Shelleys Romamklassikers „Frankenstein“ der verzweifelte Arzt dem zunächst leblosen Körper Teile hinzufügt um am Ende ein neues lebendiges Ganzes zu erhalten. Die Teile scheinen zunächst völlig unterschiedlicher Art und dabei nicht zusammenzubringen zu sein, aber erst durch den blossen Akt selbst und der dabei entstehenden Identifizierung mit seinen Teilen kann man dabei etwas völlig Neues entstehen lassen.

Eines der Hauptmerkmale des PAU’s ist die Serie. Neben den vier schon erwähnten Hauptmotivreihen der Economy ordnen sich ihnen jeweils immer noch weitere Serien unter. Das Hauptprinzip der Serie ist die Wiederholung einer bestimmten Idee in immer wieder neuer Form. Das Ziel der Wiederholung ist die Verfestigung eben dieser Idee zu einer bestimmten dabei völlig neuen Form. Diese neue Form hat am Ende rein gar nichts mehr mir den ursprünglichen Zutaten (Bilder, Ideen, Absichten) zu tun, sondern stellt eine völlig neue Einheit bzw Idee in sich dar.
Die so stattfindende Strukturierung des Polygonismus Art Universe durch das Prinzip der Serie oder die Aufteilung in Begriffe, Titeln und Wörtern ist ähnlich wie das zusammennähen von eigentlich nicht zusammenhängenden Körperteile oder das Hineinwerfen der Ingredenzien in das hermetische Gefäß der Alchemisten. Es läßt so gleichzeitig eine Unmittelbarkeit entstehen die das Angerufene in der Imagination entstehen läßt. Die Teile des PAU’s sind wie schon gesagt vergleichbar mit den einzelnen Körperteile, die aber noch kein lebendiges Ganzes ergeben. Den Teilen muß Leben eingehaucht werden. In Frankensteins Falle ist es Elektrizität, im Falle des PAU’s ist eine Idee die eben, bzw auch nichts mit den einzelnen Teilen zu tun haben darf. Die Idee ist eben nicht die Idee der Economy, ihrer Bedeutung, bzw. ihre äußeren Erscheinung in Bilder und die daraus resultierende Erklärung, sondern etwas gänzlich anderes wie das schon vorher erwähnte Neuroplitische Manifest und die dahinterstehende Utopie das „Unternehmen Prometheus“

Es soll hier nicht die Aufgabe sein das „Unternehmen Prometheus“ zu erklären, aber es soll zu Erklärung reichen das es die unmittelbare Verlängerung bzw. Folge des Polygonismus Art Universe ist. Das PAU bildet sozusagen einem unsichtbaren Tunnel in eine uns bis dato noch fremde Welt.

Die Welt unserer eigenen Zukunft.