The Economy of Polygons
Die Bildserie “The Economy of Polygons” ist nicht nur eine Folge aneinandergehängter Bilder, sondern sie ist ein Arcanum. Sie ist ein Spiel mit universellen Seelenbildern, ähnlich dem Tarotkartenset oder den Innenbildern der alten Alchemisten. Mit ihnen lässt sich der Wandlungsprozess der Seele ausgehend von der Negredo, der dunkelsten Tiefe der Seele bis hinauf zur Rubedo, der lichten Höhe der Seele mitverfolgen. Jede der vier Hauptserien der Economy entspricht also einer Phase eines Wandlungsprozesses. Dazu in den Phasen/Serien dann mehr.
Die Kunst mit der Alchemie zu verbinden mag ein seltsames Unterfangen zu sein, denn eigentlich ist die Alchemie für sich genommen schon reine Kunst. Es gibt eine starke psychologische Bedeutung des alchemischen Prozesses der von klaren universellen Seelenbildern begleitet wird und die dem Alchemisten während des Prozesses innerlich begegnen. Diese Bilder entsprechen der äußeren Handlung/Tat die de Alchemist zur damaligen Zeit im Labor verrichtet hat.
Gemeinhin wurde und wird die Alchemie immer mit der geheimnisvollen Kunst des Erschaffens von Gold (Stein der Weisen) aus einem klumpen Lehm in Verbindung gesetzt. Niemals gibt es aber einen Nachweis darüber das die Alchemisten tatasächlich im Labor Gold “gezüchtet” haben. Vielmehr geht es bei diesem geheimnisvollen Stein um das Freilegen des eigenen inneren Seelenkernes. Viele Bilder aus den Traktaten der Alchemisten zeigen immer wieder diesen Umstand bzw. Prozess in eben unterschied-lichsten Visionen. Dabei sitzt der Artifex meist vor einem geschlossenem Gefäß in dem sich ein kleines kindartiges Wesen befindet. Zudem wird das Gefäß meist von ihm von Außen befeuert.
Dieses Motiv der Erschaffung eines fremdartigen Wesen finden wir auch in der späteren Literatur des 19. Jahrhundert, bei Gustav Meyrinks “Der Golem, ebenso wie bei Mary Shelleys “Frankenstein” oder dem Zarathustra von Nietzsche.
Das höchste Ziel der Alchemie war die Verbindung der eigentlich unvereinbaren Elemente Feuer und Wasser, Schwefel und Quecksilber. Die Verschmelzung der Gegensätze im Sinne einer Wandlung vom Niederen zum Höheren, vom Unedlen zum Edlen entsprach der Suche nach tiefster Weisheit – bei Gelingen ist das Ergebnis nicht nur die Erzeugung des “Steins der Weisen” und die Umwandlung von Blei zu Gold, sondern auch die Veredelung des Menschen selbst.
Menschheitsgeschichtliche Grundlagen der Alchemie
Vermutlich die erste chemische Reaktion, die dem Steinzeitmenschen einen Evolutionsvorteil gab, war die Nutzung des Feuers. Die ältesten Spuren eines von Frühmenschen gehüteten Feuers fand man in Kenia – etwa 1,4 Millionen Jahre alte, gebrannte Lehmreste. Die ältesten Feuerspuren in Europa sind rund eine Million Jahre alte angekohlte Tierknochen aus einer Höhle in Istrien. In Deutschland fand man 300.000 Jahre alte Feuerstellen in Thüringen. 
An die Jungsteinzeit schließt sich in der europäischen Vor- und Frühgeschichte ab ca. 2000 v. Chr. die Periode der Bronzezeit an – die Menschen waren nun in der Lage, aus den Metallen Kupfer und Zinn eine neue Legierung, die Bronze, herzustellen. In Ägypten war die Bronzeherstellung bereits 1.500 Jahre früher bekannt; reines Kupfer wurde dort und in Kleinasien sogar schon seit 6.000 v. Chr. durch Verhüttung von Kupfermineralien wie Malachit mit Holzkohle gewonnen. Für die Herstellung der reinen Metalle ist allerdings “Chemie” nötig. In der Natur kommen nur die so genannten edlen Metalle gediegen, also in reiner Form vor. Die unedlen Metalle müssen aus Erzen gewonnen werden.
Mit dem achten Jahrhundert vor unserer Zeit beginnt in Mitteleuropa die Eisenzeit. Zwar wurde für Kult- und Alltagsgegenstände weiterhin auch Bronze verwendet, für die Herstellung von Werkzeugen und Waffen wurde aber nun Eisen eingesetzt. Zur Eisenherstellung lässt man Eisenerze mit Kohlenmonoxid reagieren, welches durch unvollständige Verbrennung von Koks entsteht.
Da zeitgleich mit der Einführung der Eisenerzverhüttung in vielen Kulturen auch die ersten schriftlichen Dokumente auftauchen, endet mit der Eisenzeit nach gängiger Definition die Vorgeschichte und es beginnt die Frühgeschichte der Menschheit. In die Eisenzeit fallen vermutlich auch die ersten Anfänge der Alchemie: Metallschmelzer und Schmiede gaben ihr Wissen an ihre Schüler weiter und entwickelten so ein erstes Sammelsurium an vermutlich mystisch verbrämtem Geheimwissen. Durch den Vergleich mit heute lebenden archaischen Völkern lässt sich erahnen, wie sich aus den Mythen um die Metalle, die im Schoß der Mutter Erde nachwachsen, ihre Aufbereitung und ihre Reinigung zum “edlen” Metall Analogien zur Schöpfungsgeschichte ziehen ließen – so dass bei den “Wissenden” der Wunsch entstand, das “Große Werk” im Labor nachzuvollziehen.
Die Vier Elemente Lehre und die vier Serien der Economy

